Boehringer Ingelheim Ulm University Biocenter

Spitzenforschung, ein wissenschaftsorientiertes Studium und eine enge Kooperation mit Industrie und Wirtschaft zeichnen das Profil der Universität Ulm aus.

Die Universität hat unter Federführung der Medizinischen Fakultät gemeinsam mit Boehringer Ingelheim und der Unterstützung des Wissenschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg den Forschungsverbund Boehringer Ingelheim Ulm University BioCenter (BIU) gegründet.

Der Kooperationsvertrag als Public-Private-Partnership-Forschungsverbund wurde 2011 von der Universität Ulm und Boehringer Ingelheim unterzeichnet. Ziel des Forschungsverbundes ist die Identifizierung zellulärer und molekularer Zielmoleküle und Signalwege zur Entwicklung neuer therapeutischer Konzepte.

Erforschung von Biomarkern

Der enge Austausch zwischen Universität und Industrie fördert den Transfer von Forschungsergebnissen der kliniknahen Grundlagenforschung in die industrielle Entwicklung und ihre klinischen Anwendung. Das BIU hat insgesamt vier Forschungsprofile, die sich mit neuropsychiatrischen und kardiometabolischen Krankheitsbildern beschäftigen.

So werden beispielsweise molekulare und zelluläre Veränderungen im Zusammenhang mit Adipositas und Diabetes untersucht. Weitere zentrale Themen sind Regulationsvorgänge bei Entzündungserkrankungen, die Charakterisierung der dabei beteiligten Zellen und die Analyse von Veränderungen des Lungenepithels im Rahmen von Erkrankungen.

Der Forschungsverbund verfolgt dabei zwei Ziele: Die Charakterisierung und Analyse von Signaltransduktionswegen und deren Fehlsteuerung sowie die Identifizierung und Charakterisierung neuer Biomarker, die für innovative Klaerescastudien erforderlich sind. Hierbei liegt der Fokus auf frühen präklinischen Analysen.

Die gemeinsam von den Forschern von Boehringer Ingelheim und der Universität Ulm durchgeführten Projekte eröffnen beiden Partnern Zugang zu Entwicklungen in der kliniknahen Grundlagenforschung wie auch der neuer therapeutischer Interventionen.

Verlängerte Laufzeit für das BIU

Nach der erfolgreichen Zwischenevaluation des BIU 2016 folgte eine zweite Förderperiode für drei Jahre.

Gemeinsam unterstützen Boehringer Ingelheim, das Land Baden-Württemberg und die Medizinische Fakultät der Universität Ulm das BIU mit einer Fördersumme von insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Die zweite Förderperiode wird im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen sein. Boehringer Ingelheim und die Universität Ulm haben mit Unterstützung des Landes eine Weiterführung des Kooperationsprogramms zum Teil mit neuen gemeinsamen Strukturen vereinbart.

Bei der Vertragsunterzeichnung zur zweiten Förderperiode: vorne (v.l.): Prof. Dr. Thomas Wirth, Prof. Dr. Michael Weber, Prof. Dr. Eric Haaksma; hinten (v.l.): Dr. Simone Schwanitz (Ministerialdirektorin im MWK) und Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin. © Elvira Eberhardt

„Im Verbund BIU 2.0 werden wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet, die für die Universität Ulm wie auch für Boehringer Ingelheim relevant sind. Durch diese Zusammenarbeit können Ergebnisse aus der universitären Forschung zeitnah in die Entwicklung neuer Therapien einfließen."

Prof. Klaus-Michael Debatin

BIU 2.0 – Start der zweiten Förderphase in 2021

Im Anschluss an die erfolgreiche erste Förderphase haben die Universität Ulm und Boehringer Ingelheim vertraglich die Weiterführung des Kooperationsprojekts besiegelt.

Die unter dem Banner "BIU 2.0"  ab Januar 2021 fortgesetzte Zusammenarbeit der beiden regionalen Partner fördert die Innovationskraft unseres bereits starken Biotechnologie- und Pharmastandorts. In den nächsten drei Jahren wird Boehringer Ingelheim insgesamt 2,4 Millionen Euro investieren. jährlich 800.000 Euro investieren. Zwei Drittel (533.000 Euro) der jährlichen Fördersumme in Höhe 800.000 Euro fließen in die Finanzierung des Forschungsverbunds; die restlichen 267.000 Euro gehen an die Medizinische Fakultät. Nach Ablauf der vereinbarten drei Jahre wird eine Evaluation über die Fortführung des Public-Private-Partnership-Verbunds entscheiden.

Mit der Kooperation sollen Synergien zwischen Grundlagenforschung, pharmazeutischer Forschung und klinischer Anwendung geschaffen und die regionale Expertise genutzt werden, um translationale Forschung voranzutreiben und neue Therapiemöglichkeiten für Patienten auf den Weg zu bringen, so der stellvertretende Verbundsprecher Dr. Dirk Stenkamp, der den Forschungsstandort Deutschland bei Boehringer Ingelheim am Standort Biberach leitet.

 

Erfolgreiche Forschung

Das BIU BioCenter erforscht insbesondere molekularbiologische Grundlagen häufiger Krankheitsbilder. Im Zentrum stehen neuropsychiatrische, kardiometabolische und Lungen-Erkrankungen sowie immunmodulatorische Aspekte. Bereits während der ersten Förderphase ( (2011-2016 und 2016-2019) konnten BIU-Forschende durch zahlreiche Fachpublikationen und vielversprechende Forschungsergebnisse in diesen Bereichen den Wert des Verbundprojektes untermauern, das universitäre Expertise in der Grundlagenforschung und industriellen Entwicklungskompetenz aus der Pharmaindustrie bündelt.  

Unter anderem ist es gelungen, Biomarker im Liquor zu identifizieren, die eventuell eine präzisere Diagnose von Depression ermöglichen. Ein weiteres BIU-Projekt hat zu Erkenntnissen geführt, die möglicherweise eines Tages zur Entwicklung neuartiger und personalisierter Therapien gegen Diabetes beitragen. So haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein „Diabetes-Gen“ entdeckt und charakterisiert. Dadurch konnten sie zeigen, dass bestimmte genetische Programme die Entwicklung von Diabetes beschleunigen, aber auch für die Wahl der besten Therapie entscheidend sein können. In dem Zusammenhang haben die Forscher außerdem ein Modellsystem der Bauchspeicheldrüse für Erkrankungen wie Pankreaskrebs und Diabetes etabliert, das Tierexperimente ersetzen soll.

Neuer Forschungsbereich

Mit dem Beginn der zweiten Förderphase (BIU 2.0) wird das oben beschriebene Forschungsspektrum nun um den Bereich „Research Beyond Borders“ ergänzt. Dieser Bereich ist der „Innovations-Radar“ von Boehringer Ingelheim, der die Möglichkeiten neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auslotet. Die Projekte der zweiten Förderphase sind bereits Anfang April gestartet.

 

Zukünftige Experten für den Forschungsverbund

Die Nachwuchsförderung des Forschungsverbunds läuft größtenteils über die Internationale Graduiertenschule für Molekulare Medizin, die im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Universität Ulm etabliert wurde. „BIU-Doktorandinnen und -Doktoranden werden an der Universität und bei Boehringer Ingelheim betreut. Sie haben die Möglichkeit, an beiden Standorten zu forschen und bereits während der Promotion Industriekontakte zu knüpfen“, erklärt Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät.