08.10.2020

Boehringer-Standort Biberach wird weiter wachsen

Biberach, größter Forschungs-, Entwicklungs- und Biopharmastandort von Boehringer Ingelheim, wird nach Aussagen seiner Deutschlandchefin Dr. Sabine Nikolaus personell weiter wachsen. Derzeit sind dort knapp 6.400 Personen beschäftigt.

FuE-Standort von Boehringer Ingelheim in Biberach

Am größten FuE-Pharmastandort Deutschlands wird an Medikamenten gegen Covid-19 geforscht. Foto: Boehringer Ingelheim

 

 

Forscher arbeiten an Antikörper gegen Covid-19

Auch an der Entwicklung neuer Covid-19-Medikamente, vor allem virusneutralisierender Antikörper, sind Wissenschaftler in Biberacher Laboren beteiligt. Mehr als 2.400 Mitarbeitende treiben von hier aus die Erforschung und Entwicklung neuer innovativer Medikamente voran. Damit ist der Biberacher Standort „das deutschlandweit größte pharmazeutische Forschungs-und Entwicklungszentrum.“ Dies teilten Firmenvertreter bei einem virtuellen regionalen Pressegespräch am 2. Oktober mit.

 

Keine gerissenen Lieferketten

Die Nachrichtenlage am zweitgrößten Standort des familiengeführten Pharmakonzerns ist auch in diesem Corona-Herbst aller pandemiebedingten Einschränkungen zum Trotz nicht schlecht: leichtes konzernweites Umsatzplus im ersten 20er-Halbjahr, keine Lieferunterbrechungen in der Arzneimittelversorgung; auch der Wechsel ins mobile Arbeiten gelang nach Unternehmensangaben. Bis zu 80 Prozent der globalen und deutschen Belegschaft arbeiten dauerhaft von zu Hause aus.
 

Entwicklungszentrum für Biopharmazeutika Ende 2021

Aktuell werden am oberschwäbischen Standort 500 Mio. Euro Investitionen umgesetzt: 300 Mio. Euro für ein neues, Ende 2021 fertiggestelltes Entwicklungszentrum für biopharmazeutische Medikamente aus eigener Forschung. Denn Biopharmazeutika machen in der eigenen Forschungspipeline fast die Hälfte der potentiellen Präparate aus. 130 Mio. Euro investiert das Unternehmen in ein neues Forschungs- und ein neues Verwaltungsgebäude am Standort Biberach. 40 Mio. Euro teuer ist eine neue Abfüllanlage für Spritzen und Ampullen von Biopharmazeutika für klinische Studien. Schließlich wird das Betriebsrestaurant für 20 Mio. Euro erweitert und umgebaut. Seit 2003 hat das Unternehmen 1,5 Mrd. Euro in den Standort Biberach investiert.

 

Gemeinsame Forschung und Entwicklung gegen das Corona-Virus

Weltweit gibt es Hunderte von Ansätzen zur Bekämpfung der von Sars-CoV-2 ausgelösten Erkrankung  Covid-19 . So wird in den Biberacher Laboren auch zu neuen Covid-19-Medikamenten geforscht, an virusneutralisierenden Antikörpern. Sie sollen am Virus binden (am sog. Spikeprotein) und verhindern, dass das Virus die menschlichen Zellen infiziert.

Wie viele andere Pharmaunternehmen auch untersucht Boehringer Ingelheim bestehende Wirkstoffe und prüft, ob sich Wirkstoffe aus dem eigenen Entwicklungsportfolio oder der früheren Forschung zu HIV und Hepatitis C für die Behandlung der gefährlichen Lungensymptomatik von COVID-19 erkrankten Personen eignen. Mit computerbasiertem Screening der Molekülbibliothek durchkämmt man die ‚Schatzkammer‘ des Unternehmens. Damit sollen neue kleine Moleküle gegen zwei priorisierte virale Zielstrukturen, die SARS-CoV- 2 Hauptprotease und die SARS-CoV-2 Papain-ähnliche Protease identifiziert werden.
 

Um Therapien möglichst schnell entwickeln zu können, arbeiten Industrie und Academia zusammen, so zum Beispiel im Rahmen des CARE-Konsortiums (Corona Accelerated R&D in Europe ) oder in der  COVID-19 Therapeutics Accelerator (Bill-und-Melinda-Gates- Stiftung).

 

Standortattraktivität für Fachkräfte im Blickpunkt

Der neue Biberacher Standortleiter Dr. Fridtjof Traulsen will den Standort Biberach für Fachkräfte möglichst attraktiv gestalten und eng mit allen Beteiligten in der Region zusammenarbeiten, um ansprechende Rahmenbedingungen für (internationale) Fachkräfte zu schaffen. (wp)

 

 

 





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