20.04.2020

Starkes Geschäftsjahr 2019 für Boehringer Ingelheim

Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2019 zurück.

Biopharma-Produktion in Biberach.

Biopharma-Produktion in Biberach. Foto: Boehringer Ingelheim

 

Zentrale positive Kennzahlen verbessern aus Sicht des Unternehmens die Basis, um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie abzufedern. Zur Bekämpfung der Pandemie hat das Unternehmen ein globales Unterstützungsprogramm aufgelegt.
 

Die Zahlen auf einen Blick
Mit rund 3,5 Mrd. Euro reinvestierte das Unternehmen gut 18 Prozent des Umsatzerlöses von 19 Mrd. Euro in F & E. Der Gewinn stieg im Vorjahresvergleich um 31 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen kletterten mit 1,07 Mrd. Euro erstmals über die Milliarden-Marke. Drei Viertel des Gesamtumsatzes (also 14 Mrd. Euro) erlösten 2019 Humanpharmazeutika. 21 Prozent der Erlöse stammten aus dem Geschäftsbereich Tiergesundheit.
 

Voll ausgelastete Biopharma-Fabriken
Vier Prozent des Gesamtumsatzes (2019: 786 Mio. Euro) steuerte wie in den Vorjahren die biopharmazeutische Auftragsproduktion bei. Sie umfasst drei Bereiche: erstens die Herstellung eigener Präparate (Actilyse, Metalyse und Praxbind), zweitens die Fertigung von Biopharmazeutika für die klinische Prüfung. Und schließlich, drittens, die Auftragsproduktion für Industriekunden, welche die gesamte biopharmazeutische Wertschöpfungskette abdeckt. 70 Prozent der 20 größten  Pharma-Unternehmen sowie Biotechs stehen auf der Kundenliste des Familienunternehmens, das momentan auf Rang 16 der globalen Top 20 der Pharma-Unternehmen steht.

 

Dauerbrenner Actilyse
Die vier Biopharma-Produktionsstandorte Biberach, Wien, Fremont (Kalifornien/USA) und Shanghai (China) waren 2019 voll ausgelastet, heißt es im Unternehmensbericht.
In Biberach wurde neben anderen Produkten auch das unternehmenseigene Präparat Actilyse hergestellt. Obwohl seit 1987 zugelassen und seit einem Jahrzehnt ohne Patentschutz, steigerte das Biotech-Produkt seinen Umsatz 2019 um 67 Mio. Euro auf 448 Mio. Euro. Die Arznei ist laut Hersteller die „weltweit einzig verfügbare Sofortmedikation bei akutem ischämischen Schlaganfall“.

Drei Kundenprojekte wurden in Biberach (Zellkultur) und in Wien (Bakterien) bis zur Zulassung durchgeführt, eines davon ein Gentherapeutikum (DNA-Plasmid). Boehringers Biopharma-Produktionsstätte in Shanghai fertigte 2019 nicht nur Klinikware und Arzneimittel für den lokalen Markt und auch außerhalb Chinas. Erstmals erhielt der Standort die Marktzulassung für die Auftragsfertigung eines Biopharmazeutikums (ein Antikörper von BeiGene) von den chinesischen Behörden – damit ist Boehringer Ingelheim Vorreiter im Reich der Mitte.


60 Wirkstoffe in der Entwicklung
Mehr als 60 neue Wirkstoffe führt das Unternehmen in seiner Pipeline, was rund 100 klinischen und präklinischen Entwicklungsprojekten entspricht. Daraus hofft der Konzern binnen fünf Jahren bis zu 15 neue Medikamente in die Zulassung zu bringen.
Zu den bisherigen fünf Therapiegebieten Herz-Kreislauf-und Stoffwechsel-Erkrankungen, Immunologie, Onkologie, Erkrankungen des ZNS und Atemwegserkrankungen ist ein sechstes hinzugekommen: Netzhauterkrankungen. Eine Zahl ist dem Unternehmen eine eigene Erwähnung wert: die Hälfte der Pipeline-Projekte über alle F&E-Phasen hinweg besteht aus externen Partnerschaften.

 

Jardiance löst Spiriva ab
Medikamente gegen Atemwegserkrankungen sowie gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen leisten nach wie vor den größten Beitrag zu den Umsatzerlösen. Erstmals löste das Diabetes-Präparat Jardiance (2,15 Mrd. Euro) das Atemwegs-Medikament Spiriva als umsatzstärkstes Humanpharmazeutikum ab. 

Weitere Informationen bietet der Unternehmensbericht.

 





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