09.07.2026

Boehringer erweitert sein technologisches Onkologie-Portfolio

Biotech-Pharma-Partnerschaft: Das Tübinger Biotech-Unternehmen Prime Vector Technologies hat mit dem Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim eine exklusive Lizenzvereinbarung bekannt gemacht, die auf den eher unbekannten viralen Vektor, das Orf-Virus, setzt.


Quellen: ChatGPT©/Prime Vector Technologies

 

Wie das junge Unternehmen, ein Spin-Off aus der Tübinger Immunologie-Forschungsschmiede um Hans-Georg Rammensee, mitteilt, wollen beide Forschungspartner neuartige standardisierte Krebsimpfstoffe entwickeln. Gegenstand der Nutzung ist eine virale Vektorplattform (ORFV), die auf das Orf-Virus setzt. 

 

Der Pharmakonzern will, so teilt sein neuer Kooperationspartner mit, die Plattform in sein Onkologie-Portfolio integrieren und plant das virale Baukastensystem auch für Kombinationstherapien einzusetzen. Deutschlands größtes Pharma-Unternehmen führt aktuell 19 klinische Studien in der Indikation Onkologie durch. 

 

ORFV wurde als vielseitige virale Vektorplattform entwickelt und eignet sich für vorbeugende wie therapeutische Impfstoffansätze aufgrund seiner biologischen Besonderheiten, sagt Ralf Amann, CEO des Tübinger Biotech-Unternehmens. Im Bereich der Infektionsforschung habe die Plattform bereits die klinische Phase I/IIa erreicht und damit seine technologische Reife belegt. 

 

An der Entwicklung von therapeutischen, also nicht vorbeugenden Krebsvakzinen wird weltweit mit Hochdruck gearbeitet. Zum Einsatz kommen neben mRNA-basierten Technologie-Plattformen, virale Vektoren, peptid- und proteinbasierte wie zelluläre Plattformen. Die Studienlage ist unübersichtlich, mit ersten Zulassungen von mRNA-basierten Vakzinen wird in den kommenden drei Jahren gerechnet.