28.04.2026

Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands 2026 geht nach Braunschweig, Frankfurt und Würzburg

Der Arbeitskreis der BioRegionen Deutschlands hat auf den German Biotech Days (DBT) in Leipzig zum 19. Mal seinen Innovationspreis vergeben.

 

Was wird prämiert?
Der mit je 2.000 Euro dotierte Preis würdigt innovative, patentierte oder zur Patentierung angemeldete biotechnologische Ideen, die eine praxisnahe Umsetzung und große wirtschaftliche Perspektiven versprechen.

Sechs Finalisten aus Dresden, Braunschweig, Berlin, Leipzig, Würzburg und Frankfurt am Main stellten in Leipzig ihre Forschungsprojekte einem internationalen Fachpublikum vor. 

Die unabhängige Fachjury wählte daraus drei gleichwertige Preisträger aus.

Organisiert wurde die Vergabe des Innovationspreises in diesem Jahr gemeinsam vom InfectoGnostics Forschungscampus Jena und BioLago, dem Gesundheitsnetzwerk für die Bodenseeregion.
 

Innovativer Ansatz gegen resistente Infektionen
Zu den Preisträgern zählt das Projekt „First-in-class small-molecule inhibitor of Staphylococcus aureus α-toxin“ von Aditya Shekhar (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig). Es adressiert eine zentrale Herausforderung der modernen Medizin: schwere bakterielle Infektionen vor dem Hintergrund zunehmender antimikrobieller Resistenzen. Der Ansatz setzt nicht auf die Abtötung des Erregers, sondern auf die Neutralisierung des α-Toxins von Staphylococcus aureus, eines entscheidenden Virulenzfaktors für Gewebeschädigungen.


Neuer Angriffspunkt in der Krebstherapie
Ausgezeichnet wurde auch das Projekt „SpliceTACs: First-in-class spliceosome-targeting degraders“ von Xinlai Cheng (Buchmann Institute for Molecular Life Sciences, Goethe-Universität Frankfurt). Der neuartige Ansatz setzt auf den gezielten Abbau des spliceosomalen Proteins USP39, stört zentrale Prozesse der RNA-Verarbeitung und führt so zum Tumorzelltod.

 

Plattformtechnologie für realistische Gewebemodelle
Der dritte Innovationspreis ging an das Projekt „Vasc-on-Demand – Plattform für vaskularisierte Gewebemodelle“, das von Alexander Radüchel und Katinka Theis (Universitätsklinikum Würzburg) präsentiert wurde. Die Plattform ermöglicht die standardisierte Herstellung vaskularisierter Gewebemodelle mithilfe sofort einsetzbarer künstlicher Blutgefäße, was realistischere und reproduzierbarere Untersuchungen biologischer Prozesse und Wirkstoffeffekte erlaubt.

 

Publikumspreis für „MakulaPatch“
Der Publikumspreis ging an Felix Wagner mit dem Projekt „MakulaPatch“ von der Technischen Universität Dresden, in dem Mini-Netzhäute entwickelt werden, die degenerative Augenerkrankungen künftig wirkungsvoll bekämpfen sollen.


Die Preisgelder für den Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands 2026 wurden von Dehmel & Bettenhausen Patentanwälte, dem High-Tech Gründerfonds, der Fundess GmbH sowie BIOspektrum / Springer Verlag GmbH gestiftet.

 

Foto: Preisträger des Innovationspreises der Deutschen Bioregionen 2026
Quelle: Zöhre Kurc, Copyright: InfectoGnostics